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Island im Alleingang #3 – Stykkishólmur auf Snæfellsnes

oder …

Anhalten und bleiben lohnt sich!

Als wir eingeschneit waren

Exakt heute vor drei Jahren wurde ich mit dem Islandsehnsuchtsvirus infiziert. Mein Sohn lebte und arbeitete 2012/13 für ein Jahr in Reykjavik und da musste ich mich einfach irgendwann selbst vergewissern, ob es ihm gut geht! 😀 (Was für eine Ausrede.) Viele aus dem Familien- und Freundeskreis sahen diese Reise nach Island im März als Wagnis für mich an. Ganz ehrlich, ich auch! Aber ich wollte diese Reise unternehmen, Rheuma hin oder her.

Ich träume von Europas Norden seit meinem ersten „richtigen“, eigenem Buch, das ich kurz nach meinem achten Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Es folgten über die Jahre weitere Bücher aus den Nordländern. Deshalb führten mich meine ersten eigenen Reisen nach Norwegen und Schweden. Immer wieder. Göteborg, Malmö, Vänern, Vättern, Falun, Stockholm, Gotland und vor allem Öland. Nicht ohne Grund hat meine Tochter einen alten schwedischen Vornamen. Beim Sohn blieb der Arbeitstitel vom Babybauch, auch ein schwedischer Vorname, als zweiter Vorname hängen (Königs jüngster Spross lässt grüßen). Und nun kam Island! Über die ersten Tage berichtete ich auf fadenspiel und fingerwerk, meinem anderen Blog, hier.)

Zurück zu Stykkishólmur und diesem Blogpost, denn es lohnt sich im Norden von Snæfellsnes, einen oder mehr Tage Station zu machen. Im Umland lassen sich schöne Wanderungen unternehmen. Mit dem Schiff können verschiedene Touren auf dem Breiðafjörður unternommen werden, entweder direkt nach Flatey, einer Insel, oder Rundfahrten durch den Fjord zum Beobachten von Vögeln und Genießen von frischem Fanggut direkt aus dem Meer. Außerdem kann man von hier aus direkt zu den Westfjorden übersetzen. Jede dieser Touren hat ihren Reiz!

„Pancake“-Basaltsäulen

2013 unternahm ich eine der Halbtagestouren kreuz und quer durch den Fjord mit Verkostung von fangfrischen Jakobsmuscheln. Für kurze Zeit packte ich dafür meinen Vegetarier in die Tasche. Einige Nonnen aus Südamerika, die mit auf dem Schiff waren, gingen beherzt der Mannschaft zur Hand und öffneten noch die Seeigel für alle, bevor diese wieder ins Meer befördert werden konnten. Völkerverständigung mit Händen und Füßen.

Beeindruckend fand ich zudem, als Nichtgolfer, das Golfgelände – was für eine Kulisse zwischen Fjord und Bergen!

Stykkishólmur an und für sich ist schnell erkundet, doch wer sich auf ein wenig Geschichte einlassen möchte ist im Norwegischen Haus (Norska Húsið) genau richtig.

Danach können in den Sommermonaten direkt am Hafen wirklich leckere fish & chips (für mich ohne Fisch) very old-fashioned British in Zeitungspapiertüten, mit hygienischen Pergamentinnenleben, das Abendessen im Restaurant ersetzen!

Dazu noch ein Sonnenuntergang vom Feinsten. Hach, Snæfellsnes, du bist so schön, auch wenn ich beim zweiten Besuch wieder keinen Blick auf den Gletscher bekommen hatte, das Wetter, durchwachsen, nicht unbedingt überzeugend war.

Dafür überzeugten das Quartier und die Kontakte. Herrlich unkonventionell, gemütlich und völlig unerwartet.

Das Küchenfenster …

… vom ältesten Haus auf diesem Foto

Der Hausherr entsprach in etwa einer älteren Variante vom Hubschrauberpiloten aus The secret life of Walter Mitty, wobei ich wieder bei Stykkisholmur bin. Man muss den Film nicht mögen, aber da Teile des Films in dieser Gegend und im Süden Islands gedreht worden sind, (http://www.filmtourismus.de/das-erstaunliche-leben-des-walter-mitty/ ) mag ich doch Teile der Kulisse wie hier im Trailer ab 3:50.

Und jetzt? Ab zu den Westfjorden!

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