hier und fort

Schwenninger Moos

oder …

Neckarursprung und Wasserscheide

Die Frage nach der Quelle des Neckars ist eine Fangfrage, denn sie kann nicht ganz genau beantwortet werden. Auf alten Karten sind zwei Ursprünge verzeichnet. Die historische Quelle liegt im Schwenninger Stadtpark Möglingshöhe. Dort ließ 1581 Herzog Ludwig einen Stein aufstellen, mit der Aufschrift „Das ist des Neckars Quelle“. Das Wasser der Quelle kommt allerdings aus dem Moosbach, der im Schwenninger Moos entspringt, irgendwo in der Mitte eines Weihers, der in einem Naturschutzgebiet liegt.

Quer durch das Moor verläuft zudem die Europäische Wasserscheide, was Auswirkungen auf eine andere Quelle hat. Neben dem Neckar entspringt in diesem Gebiet nämlich auch der Talbach, der in die Brigach fließt, einem der beiden Quellflüsse der Donau.


Dorthin zog es mich Anfang September, kurz vor dem Ende der Sommerferien in Baden-Württemberg. Zur Anfahrt fuhr ich auf der A 81, der Bodensee-Autobahn, in Richtung Singen. Von der Ausfahrt Villingen-Schwenningen aus sind es etwas über 7 km in Richtung Schwenningen, bis zum Parkplatz Hilben an den Sportanlagen. Von hier aus ist es nur ein kurzer Fußweg zwischen Fußballplätzen bis zum Naturschutzgebiet und dem Rundweg entlang dem Schwenninger Moos.

Ein einfaches Schild und ein einfacher Spazierpfad lassen erst einmal nicht erahnen, was sich nach ein paar Metern zeigen wird.



Schon nach der ersten Biegung war mir klar, dass ich länger, als die angegebenen 45 – 60 Minuten auf dem Rundweg unterwegs sein würde.

An einigen Stellen geht der Wanderweg in einen Plankenweg über, der ab und an Bänke zum Verweilen bietet.


Hier zu sitzen und zu schauen, riechen und hören lässt vergessen, wie nah verkehrsreiche Strecken liegen. Auf dieser Seite vom Schwenninger Moos ist davon nichts zu hören, auf der anderen Seite allerdings schon.



Hinweisschilder geben eine Reihe an Informationen, wie zum Beispiel folgende Tafeln:


An anderer Stelle wird die Geschichte vom Torfabbau im Schwenninger Moos erzählt, welche Auswirkungen das auf das Ökosystem hatte und hat, sowie welche Maßnahmen ergriffen werden, damit sich die Moorlandschaft erholen kann. Birken gehören zum Beispiel nicht dazu.



Noch eine Grenze verläuft in diesem Gebiet, die historische schwäbisch-badische Landesgrenze.


Bevor es in den östlichen Abschnitt des Rundwegs geht öffnet sich der Wald zu Weihern, die durch Regenwasser gefüllt, aus den Gebieten entstanden sind, in denen nach dem 2. Weltkrieg Torf gestochen wurde. In dieser Zeit hatte man es geschafft beinahe die letzten Torfvorkommen des ursprünglich vier Meter dicken Torfkörpers, in diesem drei Quadratkilometer großen Gelände, abzubauen.



Die Schwenninger nutzten schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts das Hochmoor zur Versorgung mit Brennmaterial. Den größten Schub an Zerstörung erfuhr das Schwenninger Moos jedoch zwischen 1823 und 1865, als Torf zum Salzsieden in der Saline Wilhelmshall verfeuert wurde. Die Infotafel nannte 55 Millionen Torfstücke!

An kleinen Stellen zeigt das Schwenninger Moos die Erfolge der Renaturierung.



Hübsch fand ich die Geschichte vom Goldfund im Moor. Am Westrand fanden Torfstecher 1837 einen Münzschatz mit 168 römischen Kupfer- und Silbermünzen, der wohl um 290 n. Chr. vergraben worden ist.

Andere Torfstecher fanden Reste von menschlicher Besiedelung aus der Jungsteinzeit. Diese Funde, wie der „Schatz im Moor“ können in Rottweil besichtigt werden.

Es war ein schöner, interessanter Ausflug und der Fußweg auch für Fußkranke machbar.

Macht’s gut und bis die Tage,


Quellen
WikipediaUmweltzentrum SBN (Schwarzwald Baar Neckar) – Villingen-SchwenningenSchwarzwald genießen

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